4.2 Informationstechnologien als Hilfsmittel und Medien im Unterricht

Seine Funktion als Hilfsmittel und Medium kann der Computer bis heute nicht erfüllen. Denn die Schulen verfügen immer noch nicht über genügend PCs, um jedem Schüler bei Bedarf dieses Hilfsmittel im Unterricht zur Verfügung stellen zu können.

Schüler/innen pro Computer

2002 2003 2004 2005 2006
Berufsbildende Schulen 13 11 9 9 9
Allgemeinbildende Schulen 18 15 13 12 12

(vgl. BMBF 2006: 43)

Seitdem gelang es Deutschland zwar die Computer-Schüler-Relation stetig zu steigern. Ins OECD-Mittelfeld konnte Deutschland so aber nicht vorstoßen. Heute teilen sich an deutschen Schulen vier Neuntklässler einen Computer. Damit liegt Deutschland unter den 34 OECD-Ländern auf Platz 28 – in der Nachbarschaft von Rumänien, Israel und Chile (vgl. Burchard 2015).

Entscheidend ist aber nicht nur, wie viele Computer eine Schule ihren Schülern zur Verfügung stellen kann, sondern auch in welchem Zustand sich diese Geräte befinden. Hier bemerken insbesondere die Schüler eine qualitative Erosion. Beurteilten 2007 noch 38 Prozent aller Schüler die IT-Ausstattung ihrer Schule als mittelmäßig oder schlecht, so kommen 2014 bereits 54 Prozent zu diesem Schluss (vgl. BITKOM 2014: 3). Udo Beckmann, Bundesvorsitzender der Bildungsgewerkschaft VBE, beschreibt die schulische IT-Ausstattung sogar als mittelalterlich (vgl. Wolf 2014).

Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, wie selten der PC als Hilfsmittel im Unterricht eingesetzt wird. Nach der JIM-Studie 2014 recherchieren 31 Prozent der Schüler nie am PC, schreiben 42 Prozent der Schüler am PC keine Texte, führen 59 Prozent der Schüler am PC keine Berechnungen durch, erstellen 28 Prozent der Schüler am PC weder Präsentationen noch Referate und nutzen 67 Prozent der Schüler keine Lernprogramme (vgl. mpfs 2014: 32).

Um der Unterversorgung der Klassen mit funktionstüchtigen PCs entgegenzusteuern, empfehlen immer mehr Experten Bring Your Own Device (BYOD), also die Verwendung privater, mobiler Endgeräte im Unterricht. Schließlich besitzen immer mehr Schüler ein Smartphone, einen Tablet-PC oder einen Laptop (vgl. mpfs 2014: 23). Tatsächlich scheint BYOD in Ausnahmefällen ein sinnvoller Weg zu sein, die defizitäre schulische IT-Ausstattung zu substituieren. Alltagstauglich ist BYOD unter rechtlichen Gesichtspunkten jedoch noch nicht (vgl. Niederastroth 2015: 18 f.), weshalb diese Option in dieser Arbeit nicht weiter vertieft wird.

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