5.1.3 Steuerung durch Best Practice

Weil Finnland bei den ersten PISA-Studien Spitzenpositionen erreichte, orientierte sich Deutschland, das sich in allen untersuchten Bereichen unterhalb des OECD-Durchschnitts verorten musste (vgl. MPIB 2002: 8), in den nächsten Jahren am Spitzenreiter Finnland. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Ministerpräsidenten, Landtagsabgeordnete, Schulpolitiker und Bildungsexperten, sie alle reisten nach Finnland, um vom PISA-Sieger zu lernen (vgl. Kahl 2002).

In Finnland gab es kein gegliedertes Schulsystem wie in Deutschland, sondern alle Schüler wurden gemeinsam unterrichtet. Schwache Schüler erhielten so viel Förderung wie sie benötigten, um wieder zur Lerngruppe aufschließen zu können (vgl. Freymann 2003: 291 f.). Zudem verfügten die Schulen über ein großes Maß an Autonomie bei der Erstellung ihres Schulprofiles (vgl. ebd. 292 f.).

Betrachtet man die deutsche Bildungspolitik des vergangenen Jahrzehnts, zeigt sich der enorme Einfluss des PISA-Siegers auf die deutsche Bildungspolitik. Heute wird dieser Einfluss jedoch kontrovers diskutiert (vgl. Sahlgren 2015; Vitzthum 2015).

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