5.1.4 Gefahr der Fehlinterpretation

Das Best Practice-Prinzip, bei dem von den besten gelernt wird, ist nicht nur im Bereich der Bildungspolitik ein Erfolgsmodell. Jedoch birgt es die Gefahr, Ergebnisse falsch zu interpretieren und dann das Falsche bei dem Richtigen zu lernen.

Seit dem erfolgreichen Abscheiden Finnlands bei der ersten PISA-Studie ist die Leistungsfähigkeit des finnischen Schulsystems rückläufig. Von 2003 bis 2012 hat Finnland 25 Punkte eingebüßt, was dem Lernerfolg eines ganzen Schuljahres entspricht, so die nationale PISA-Koordinatorin Christine Sälzer (vgl. Vitzthum 2015).

Gabriel Heller Sahlgren von der London School of Economics erklärt diese negative Entwicklung damit, dass die ersten PISA-Studien kurz nach einer finnischen Bildungsreform durchgeführt wurden und die getesteten Schüler noch in dem vorangegangenen System aufgewachsen sind. Damit wären Finnlands erste PISA-Erfolge also nicht das Ergebnis der neuen sondern der alten Bildungspolitik gewesen (vgl. Sahlgren 2015: 51) und nicht nur die deutsche Politik hätte sich am falschen Erfolgsmodell orientiert.

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